Arche Noah – Ein Essener Modell für die Zukunft

Gespräch mit dem Beigeordneten der Stadt Essen für Kultur, Integration und Sport, Andreas Bomheuer am 12. März 2014

Man kann Noah’s Arche als Rettungsschiff verstehen oder auch als Ort eines außergewöhnlichen Friedens, immer ist sie ein Symbol für Zukunft ohne Ansehen der Herkunft und sonst geltender Verschiedenheit. Diese Symbolkraft hob der Beigeordnete der Stadt, Andreas Bomheuer hervor, als er mit den Initiatoren und Verantwortlichen des Arche Noah Projekts 2014 in den Räumen des kommunalen Integrationszentrums zusammentraf, um nachhaltige Perspektiven des inzwischen von zahlreichen Einrichtungen und Vereinen unterstützten Projektes zu besprechen.

„Ein Projekt, dessen Botschaft in die gesamte Stadtgesellschaft gehört“ so Bomheuer, der gerne sähe, dass sich die Botschaft der Arche über die Präsenz auf dem Burgplatz während der Interkulturellen Woche permanent in unserem Alltag wiederfände. Daher schlägt er vor, das Archesymbol mit dem Motto: „Nicht ich – sondern wir…“ als Button in Schulen und Vereinen auszugeben. Jeder könne auf diese Weise zeigen, dass er sich mit dem Ziel einer Stadt frei von Rassismus und Diskriminierung identifiziere.

Der besondere Charme der Arche läge darin, so Bomheuer, dass Religion, Kultur, Bildung und Politik ihre Kräfte und Netzwerke dafür öffneten, gemeinsame Schritte für eine friedliche Zukunft zu entwickeln. Gerade weil Kultur sich mit Religion verbinde, ohne darin aufzugehen, sähe er in der Arche ein Menschheitssymbol zur gesamtgesellschaftlichen Bewusstwerdung ihrer Stärken aus der Vielfalt. Integration bedeute in diesem Zusammenhang mit den Menschen und ihren Kompetenzen zu arbeiten, statt vornehmlich stellvertretend für sie zu handeln. Das Thema Integration werde zu oft noch zu einer Sache einzig der betroffenen Volksgruppen gemacht. Diese seien längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und suchten danach, sich mit ihren Kompetenzen wie auch mit ihren kulturellen Erfahrungen einzubringen. Dies gälte auch für Gruppen, die sich strukturell ausgegrenzt sähen, wie etwa die Flüchtlinge und Asylsuchende.

Das Arche Noah-Projekt sei darum keine Sache einzig für Kinder und Schulen. Der Aufruf zur Mitwirkung müsse vielmehr die etablierten Bildungs-und Kulturträger erreichen, wie er beispielhaft bereits von der VHS, der Lichtburg, dem Unperfekthaus, der Alten Synagoge oder dem Erich Brost Berufskolleg aufgegriffen werde. Es sei absehbar, dass dieses Bündnis etwa durch die Gewerkschaften im Zuge der Respektmeile und zahlreichen weiteren Initiativen gestärkt werde. Man könne darum selbstbewusst von gelebter Vielfalt sprechen, wie sie im Ruhrgebiet mit seiner einzigartigen Geschichte beispielhaft praktiziert werde.

Hervorzuheben sei auch die bewusst in diesem Zeichen übernommene Schirmherrschaft durch den Oberbürgermeister der Stadt Essen und die Aufnahme des Arche Noah-Projektes in den Essen.2030-Stategieprozess. Ein Anstoß, das Arche-Projekt zu einem Modell für das gesamte Ruhrgebiet zu machen, sähe er auch in der Förderbereitschaft der Stiftung Mercator begründet, die neben der Stadt Essen derzeit die finanzielle Hauptlast trüge.

Für den gesamten Arbeitsbereich der Interkulturellen Arbeit der Stadt Essen wie auch von ihm persönlich sicherte Bomheuer abschließend seine volle Unterstützung zu und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement.

Das Gespräch können Sie sich auch als pdf-Datei herunterladen: Ein Essener Modell mit Zukunft

Beitragsbild: Interkulturelle Fotografie by Ulrich Püschmann, www.ulrichpueschmann.de

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