Graffiti hilft bei der Integration

Essen-Katernberg. Besondere Kooperation des Jugendclubs „Youthculture“, der Arbeiterwohlfahrt und der Fatih-Moschee in Katernberg.

Foto: www.derwesten.de
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Die Aufregung steigt bei den fünfzehn Jungs, als es nach mühevoller Vorbereitung endlich an die Wand der „Freien Schule“ in Katernberg geht. Schon bald sind die ersten Konturen zu erkennen, die von den Jungen sorgfältig und ordentlich aufgesprüht werden.

Dieses Graffiti-Projekt ist entstanden durch eine Kooperation des Jugendklubs „Youthculture“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und der Fatih-Moschee . „Die Moschee hat angefangen, verstärkt Jugendarbeit zu betreiben, und nach einem Partner im Stadtteil gesucht, um die Projekte zu professionalisieren“, erklärt Maximilian Emig von der Awo.

Die Jugendlichen, die am Samstag zum Sprayen gekommen sind, wohnen allesamt im Stadtteil, die meisten von ihnen besuchen zudem regelmäßig die Moschee. Mit dem Graffiti-Projekt wollen die Veranstalter ein Zeichen setzen für interkulturelles Verständnis und außerdem Vorurteile abbauen. Adem Dambayci, Jugendbeauftragter der Moschee, sagt: „Die Jugendlichen sollen merken, dass sie dazu gehören, wir wollen gegen Klischees vorgehen.“ Zudem sei es wichtig, den Jugendlichen eine Perspektive aufzuzeigen, die bei manchen nicht vorhanden sei, fügt der Lehramtsstudent hinzu.

Jugendliche zeigen sich begeistert
Bevor aber für den guten Zweck gesprayt werden konnte, mussten die Motive natürlich erst einmal entworfen werden. Mit der Unterstützung des Graffiti-Künstlers Georg, der sich selbst als „alter Oldschooler“ bezeichnet, entstehen die ersten Ideen auf dem Papier. Ganz hoch im Kurs steht bei den Jugendlichen ein Transparent mit der Aufschrift „Fatihspor“, dem Namen des Fußballklubs der Moschee, bei dem die meisten der Jungs spielen. Adem Dambayci: „Wir haben die Mannschaft erst vor ein paar Monaten gegründet, die Jungs sind aber schon mit viel Einsatz dabei. So ein Projekt schweißt auch über den Sport zusammen.“Obwohl keiner von ihnen Erfahrung mit Graffiti hat, stellt sich schnell Begeisterung bei den Jugendlichen ein. „Da ich sowieso gerne male und zeichne, finde ich auch diese Aktion spannend“, sagt der 17-jährige Forkan. Seine Kumpels Muzoffer (14) und Ugurcan (13) haben zwar keine Erfahrung mit dem Zeichnen, aber trotzdem Spaß an dem Projekt: „Es ist schön, einfach mal etwas Neues auszuprobieren.“

Die in mühevoller Arbeit entstandene Graffiti-Wand gehört zum Jugendhaus „Freie Schule“ in Katernberg, ist am Mittwoch aber auch auf dem Burgplatz zu sehen: „Im Rahmen der interkulturellen Woche werden wir auch unsere Wand ausstellen dürfen“, erzählt Maximilian Emig. Nach dem großen Andrang vom Samstag dürfte es nicht die letzte Graffiti-Aktion des Awo-Jugendhauses bleiben.

Marvin Droste

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