Arche Noah 2014: Weg zum friedvollen Miteinander

„Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ – das Leitmotiv der bundesweiten Interkulturellen Woche 2014 ist zugleich Botschaft des Projekts Arche Noah: Als Gemeinsamkeit von Islam, Juden- und Christentum soll die Arche Dialog fördern, Respekt vermitteln und Kulturen verbinden. Höhepunkt war die Interkulturelle Woche vom 22. bis zum 27. September, in der an sechs Motto-Tagen mit individuellem Programm auf der Bühne einer selbstgebauten Arche auf dem Essener Burgplatz miteinander Respekt und gegenseitige Achtung gefeiert wurden. Doch gerade die Aktionen im Vorfeld gaben der Arche 2014 ihren ganz besonderen Charakter.

Gefördert von der Stiftung Mercator und der Stadt Essen konnte das Projekt Arche Noah in seiner zweiten Auflage ein viel breiteres Spektrum bieten als noch im Jahr zuvor. Auf dem Essener Burgplatz errichteten Kinder und Jugendliche aus Kitas, Schulen und verschiedenen Einrichtungen eine 25 Meter große Arche Noah. Die Planken des imposanten Machwerks wurden im Vorfeld liebevoll gestaltet, so dass die Arche genauso bunt war wie der Dialog zwischen den Kulturen. Bespielt wurde die Bühne mit einem individuellen Programm für jeden Wochentag.

So startete die Interkulturelle Woche 2014 am Montag, 22. September, mit dem Tag der Kinder, danach wurde jeweils ein Tag den Religionen, den Schulen und der Jugend, der Umwelt, Gesundheit und sozialen Innovation, den Flüchtlingen und dem Respekt und schließlich den Kulturen gewidmet – am Sonntag gab es kein Programm. Die Arche-Bühne gab dabei Raum für verschiedene Aufführungen, wie Konzerte, Musik, Tanz, Schauspiel oder Diskussionen. Über besonders regen Andrang freute sich der Tag der Kulturen, der mit dem Day of Song und einem Konzert von Revier-Rocker Stoppok hunderte Besucher auf den Burgplatz lockte.

Rockiger Ausklang: Vor hunderten Besuchern beendete das Konzert von Stoppok den Tag der Kulturen und die Interkulturelle Woche. Foto: Müller/Arche Noah
Rockiger Ausklang: Vor hunderten Besuchern beendete das Konzert von Stoppok den Tag der Kulturen und die Interkulturelle Woche. Foto: Müller/Arche Noah

Doch schon im Vorfeld wurde die Botschaft der Arche in Essen vermittelt. Erster Höhepunkt war die Ankunft von Flüchtlingsfrauen an der Zweigertbrücke in Essen-Karnap am 13. August. Zusammen mit dem Musiker Heinz Ratz und seiner Band Strom und Wasser tourten die sie per Sommerfloß von Nürnberg nach Berlin und machten auch auf der Zeche Carl in Altenessen Halt. Nach einem warmen Empfang durch zahlreiche Anwohner, Offizielle und Asylsuchende aus hiesigen Einrichtungen wurde hier gemeinsam gefeiert. Den Tag beendeten Heinz Ratz und der Flamenco-Bombasto Rafael Cortés mit Konzerten.

Etappenziel erreicht: Herzlich empfangen wurden die beiden Flüchtlingsflöße in Karnap. Foto: Müller/Arche Noah
Etappenziel erreicht: Herzlich empfangen wurden die beiden Flüchtlingsflöße in Karnap. Foto: Müller/Arche Noah

Um die Arche Noah auf dem Burgplatz im richtigen Ambiente zu platzieren, wurde schon am 7. September die gesamte Essener Innenstadt mit der Eröffnung der Respektmeile zum Ort der gegenseitigen Achtung erklärt. Die Meile reichte vom GenerationenKulthaus an der Viehofer Straße bis zum Burgplatz. An beiden Enden waren Mauern aufgestellt, in deren Mitte ein Tor die Offenheit der Essener Gesellschaft symbolisiert. Nach der Einweihung durch Oberbürgermeister Reinhard Paß konnten alle Anwesenden einen bunten Handabdruck als Zeichen für Toleranz auf der weißen Außenwand des GeKu-Hauses hinterlassen. Weiter ging die Reise durch die Essener Innenstadt entlang einer Straße gelber Luftballons. Diese wurden unterwegs eingesammelt und von der Marktkirche aus in die Welt entsandt.

Die Köpfe frei von Vorurteilen: Reinhard Wiesemann (Gründer GenerationenKulthaus), Oberbürgermeister Reinhard Paß, Willi Overbeck (Evang. Kirche), Dieter Hillebrand (Regionsgeschäftsführer DGB), Hans-Hermann Byron (Jüdische Kultus- Gemeinde), Dr. Helmuth Schweitzer (Interkulturelle Arbeit Essen) und Superintendentin Marion Greve feierten die Eröffnung der Respektmeile. Foto: Müller/Arche Noah
Die Köpfe frei von Vorurteilen: Reinhard Wiesemann (Gründer GenerationenKulthaus), Oberbürgermeister Reinhard Paß, Willi Overbeck (Evang. Kirche), Dieter Hillebrand (Regionsgeschäftsführer DGB), Hans-Hermann Byron (Jüdische Kultus- Gemeinde), Dr. Helmuth Schweitzer (Interkulturelle Arbeit Essen) und Superintendentin Marion Greve feierten die Eröffnung der Respektmeile. Foto: Müller/Arche Noah

Ein weiterer Baustein der diesjährigen Woche war die Erstellung und Präsentation einer  „Illustrativen Foto-Animation“. Eindrucksvolle Bilder aus dem religiösen Erleben von Juden, Christen und Muslimen hat dabei der Essener Fotograf Ulrich Püschmann zu einer eindrucksvollen Fotoanimation verdichtet. Das Projekt ermöglichte es, vorgeblich Fremdes durch eines der wirksamsten Instrumente kennen zu lernen – das Bild. Aus der Komposition verschiedener Motive formten sich Geschichten über Respekt und Akzeptanz; begleitet wurde die dramaturgische Darstellung der Impressionen durch die kraftvolle Musik Shirin Partowis.

Die illustrative Fotoanimation war ein Beitrag der Evangelischen Kirche in Essen zur Interkulturellen Woche 2014 / Arche Noah-Projekt und wurde in der Marktkirche im September gezeigt.

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Projekt: Illustrative Impression // Vorstellung der abrahamitischen Religionsgemeinschaften im Rahmen der Interkulturellen Woche. Foto: Ulrich Püschmann.

Gerade solche Aktionen haben gezeigt: Der Weg ist das Ziel. Über Wochen und Monate bereiteten verschiedene Gruppe sich auf die Interkulturelle Woche vor und waren so im ständigen Dialog. Hand in Hand arbeiteten die drei Religionen für die Realisierung des Projekts zusammen. Die fortgesetzten Aktionen gaben so Gelegenheit für eine nachhaltige Sensibilisierung der Essener Gesellschaft. Auch im kommenden Jahr soll das Programm der Interkulturellen Woche wieder mit ähnlichen Aktionen im Vorfeld kombiniert werden.

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