Fremdes zu Bekanntem machen und Ängste bannen

Das ‘Arche Noah Projekt‘ unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Reinhard Paß bildete im September 2014 bereits zum dritten Mal den Schwerpunkt der Interkulturellen Woche in Essen. Mitarbeiter der Essener Arbeit und Beschäftigungsgesellschaft bauen dazu eine 25 Meter große Arche auf dem Kennedyplatz, in der Essener Einrichtungen kulturelle Aspekte unserer vielfältigen Gesellschaft thematisieren. Ziel des Projekts sind die Sensibilisierung der Bevölkerung für ihre Verantwortung einer gemeinsamen Zukunft, das Abbauen von Vorurteilen durch gegenseitiges Kennenlernen und damit das Befördern eines positiven Gemeinschaftsgefühls.

Gemeinsam den interkulturellen Dialog fördern ist das Ziel des Kommunalen Integrationszentrums, der Stadt Essen und des Initiativkreises Religionen. Bild: www.informer-magazine.de
Gemeinsam den interkulturellen Dialog fördern ist das Ziel des Kommunalen Integrationszentrums, der Stadt Essen und des Initiativkreises Religionen. Bild: http://www.informer-magazine.de

Dieses Gemeinschaftsprojekt des Initiativkreises Religionen und des Fachbereiches der Stadt Interkulturelle Orientierung/ Kommunales Integrationszentrum wollen ihre Vertreter mit jeweils muslimischem, evangelischem, katholischem und jüdischem Glaubenshintergrund ausweiten. “Die Botschaft der Arche Noah muss an jedem Tag weitergetragen werden”, betont Kulturdezernent Andreas Bomheuer. Die Stadt Essen wie auch die Mercator-Stiftung begrüßen diese Entwicklung und sicherten bereits ihre finanzielle Unterstützung zu.

‘Miteinander leben. Miteinander reden.’

So das Motto der ‘Arche Dialoge’. Sie sollen die Ausgestaltung der Interkulturellen Woche als stadtübergreifendes Netzwerk ganzjährig ergänzen. In Gruppen aus jeweils zwölf Menschen mit verschiedensten gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Hintergründen werden von anerkannten Schlüsselpersonen aus Religionshäusern, Schulen und Stadtbezirken zusammengeführt, um sechs Mal innerhalb eines halben Jahres in einen vertraulichen Dialog miteinander zu treten. Unter ihnen können somit Mütter mit Kindern in der Kita sein, jugendliche Schüler, Politiker oder Unternehmer. Die Themen der jeweiligen Treffen an wechselnden Orten obliegt dabei der professionell gesprächsgeleiteten Gruppe.

Dialoge sind demokratische Prozesse

Das wichtigste daran ist, “Informationen, Erfahrungen und Wissen weiterzugeben. In Respekt und Achtung voreinander”, so Bomheuer. Für ihn sind Dialoge, die streng von durch Argumentationen geprägten Diskussionen zu unterscheiden sind, hochdemokratische Prozesse, die so Wege zur aktiven Stadtgestaltung öffnen können, wie Pfarrer Andreas Volke, Mitglied des Initiativkreises Religionen, betont. “Wir hoffen, auf diese ruhige Weise Verbindungen aufzubauen, die sich durch die ganze Stadt ziehen.” Auf Nachhaltigkeit dieses Projekts legen die Initiatoren besonderen Wert. “Es geht darum einander Fremdes bekannt zu machen und damit Ängste zu beseitigen.”

Muhammet Balaban, ebenfalls Mitglied des Initiativkreises und der Kommission Islam und Moscheen in Essen, hält es dabei für besonders wichtig, Jugendliche anzusprechen: “Wir haben ein Problem mit dem, was im Namen des Islam geschieht. Jugendliche sammeln Informationen an unterschiedlichen Orten, werden oft unsicher. Wir sind berufen, diese Jugendlichen aufzufangen und nicht die Extremisten.” Bomheuer schätzt die Bereitschaft zu solch interkulturellen Begegnungen aus Erfahrung muslimisch-jüdischer Projekte positiv ein. “Sobald sie sich aufeinander einlassen, gehen sie auch aufeinander zu.”

Quelle: Informer Magazine Essen, www.informer-magazine.de

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