Flüchtlingen beim Deutschlernen helfen

Sprachlern-Apps für Mobiltelefone, Hilfen bei der Berufsorientierung und Weiterbildungen für Ausbilder und Ehrenamtliche: das Bundesbildungsministerium will die Integration von Flüchtlingen gezielt voranbringen. Dafür stellt das BMBF bis 2017 insgesamt 130 Millionen Euro bereit.

„Wenn Integration in Ausbildung, Arbeitsmarkt und Gesellschaft gelingt, profitieren wir alle davon“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Sie stellte das Maßnahmenpakt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Integration von Flüchtlingen bei einer Pressekonferenz vor.

Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft leisten enorm viel, um die Flüchtlinge aufzunehmen. Deshalb unterstützt das BMBF mit Bildungsprogrammen und Geld, damit Asylbewerber möglichst schnell Deutsch lernen und in Ausbildung und Arbeit kommen, sagte Wanka.

Apps und ehrenamtliche Lernbegleiter

Gemeinsam mit dem Volkshochschulverband werden neue Kurskonzepte und Selbstlernmöglichkeiten entwickelt. Dazu gehören beispielsweise Apps für Smartphones, mit denen auf die Lernplattform „ich-will-deutsch-lernen.de“ zugegriffen werden kann. Deutschlands größtes offenes Lernportal mit mehr als 31.000 kostenlosen Übungen zur Alphabetisierung und Grundbildung, zur Vorbereitung auf den Schulabschluss sowie zur Ökonomischen Grundbildung. Der gesamte Lernstoff ist eingebunden in 57 verschiedene Aufgabentypen, so etwa Abenteuer, Domino, Kreuzworträtsel, Zahlenpyramide, Blitzrechnen.

Auch Beruf-Lern-Apps sollen rasch bereit gestellt werden. Mit ihnen sollen Flüchtlinge nicht nur Vokabular für Berufssprache erhalten, sondern auch Informationen für Bewerbungen, zum Arbeitsrecht oder Arbeitsschutz. Für Ausbilder und Berufsschullehrer soll ein leicht handhabbares interkulturelles Training online eingestellt werden. Das hilft, sich besser auf die Zusammenarbeit mit Azubis aus verschiedenen Kulturkreisen vorzubereiten.

Viele Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen dabei, sich im Alltag zurecht zu finden und dabei auch besser Deutsch zu lernen. Da es zu wenige hauptamtliche Lehrkräfte gibt, unterstützt das BMBF die Ausbildung von Ehrenamtlichen als „Lernbegleiter“. Professionelle Lehrkräfte und Lernbegleiter arbeiten dann gezielt zusammen, um Flüchtlingen schnell die Grundlagen der deutschen Sprache zu vermitteln. Zum Beispiel können ehrenamtliche Vorlesepaten professionell auf die Arbeit mit Flüchtlingskindern vorbereitet werden.

Vorrangig Kinder und Jugendliche mit Bildung erreichen

Über die Hälfte der Flüchtlinge sei jünger als 25 Jahre, stellte Bildungsministerin Wanka fest. Daher ist es wichtig, früh mit der Förderung anzufangen. Das BMBF will daher dafür sorgen, dass alle Flüchtlingskinder im Kindergartenalter ein Lesestart-Set der Stiftung Lesen bekommen.

Schulpflichtige Flüchtlinge werden in den Oberschulen bei der Berufsorientierung begleitet. Die individuelle und frühzeitige Berufsberatung und Berufsorientierung gehört für die Real- und Gesamtschulen zum Lehrplan. Die dabei genutzten Instrumente wie die Potenzialanalysen werden für Flüchtlinge angepasst und erweitert.

Die Kommunen werden finanziell unterstützt, um die verschiedenen Bildungsangebote für Flüchtlinge und die lokalen Netzwerke zu koordinieren. So werden beispielsweise die vom BMBF geförderten KAUSA verdoppelt. Diese informieren zugewanderte Jugendliche und deren Eltern über die duale Ausbildung in Deutschland und unterstützen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Bundesagentur für Arbeit, Kammern und Betriebe seien gefordert, die Ausbildungsplätze zu akquirieren, so Wanka. Es sei eine Chance, wenn die jungen Flüchtlinge in Ausbildung kämen, denn Nachwuchs für Maler, Bäcker, Fleischer, Gastronomiefachleute oder Elektrotechniker werde gesucht. „Nach erfolgreicher Ausbildung haben Jugendliche ein Bleiberecht von weiteren 2 Jahren“, erklärte die Ministerin.

Berufskompetenzen von Flüchtlingen feststellen

Die Anerkennung der im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen verbessert für viele Zuwanderer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings können viele Flüchtlinge keine Papiere vorlegen. Viele von ihnen haben keine formalen Berufsabschlüsse, wie sie in Deutschland üblich sind.

Die Kammern können berufliche Kompetenzen durch Arbeitsproben und Fachgespräche feststellen. Insgesamt sei das Anerkennungsgesetz von 2012 erfolgreich, stellte Wanka fest. Im Jahr 2014 erhielten rund 78 Prozent Antragsteller die volle Gleichwertigkeit ihrer ausländischen Berufsqualifikationen bescheinigt.

Quelle: Bundesregierung, www.bundesregierung.de // Beitragsbild: Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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