„Antisemitismus und Neonazismus in der DDR“

„Antisemitismus und Neonazismus in der DDR“ ist das Thema eines Vortrags von Historiker Harry Waibel am Donnerstag, 7. Januar , um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1. Der Eintritt ist frei.

Bis zum Untergang der DDR wurden Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus offiziell als ein Staatsgeheimnis behandelt, und über das Ende der DDR hinaus bis in die Gegenwart verleugnet und verdrängt. Erst seit dem sich seit einem Jahr in Dresden und einigen anderen Städten im Osten eine rechte Massenbewegung gegen Muslime öffentlich zeigt, wird danach gefragt, woher diese Bewegung kommt.

In früher geheimen DDR-Archiven sind Quellen zu insgesamt über 8.600 neonazistischen, rassistischen und antisemitischen Propaganda- und Gewalttaten belegt. Etwa 7.000 neonazistische Angriffe bilden das Hauptgewicht, während der Anteil der rassistischen Angriffe bei etwa 725 Vorfällen liegt. Ab den 1960er Jahren haben in über 110 Städten und Gemeinden etwa 200 Pogrome beziehungsweise pogromartige Angriffe von Neonazis stattgefunden. Hierbei sind die Angriffe auf Afrikaner und Muslime von Bedeutung. Der Anteil antisemitischer Angriffe liegt bei etwa 900, etwa 145 Schändungen jüdischer Friedhöfe sind nachgewiesen.

Fälschlicherweise wurde behauptet, diese Entwicklung wäre ausschließlich den ökonomischen, sozialen und politischen Verwerfungen seit dem Vereinigungsprozess geschuldet. Doch jetzt ist klar, in beiden deutschen Staaten, der Bundesrepublik und auch in der DDR, hat es Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus gegeben. Sie bilden die historischen Voraussetzungen zu den gefährlichen gesellschaftspolitischen Verhältnissen der Gegenwart.

Zum Referenten:
Harry Waibel ist in Lörrach aufgewachsen, betätigte sich in Südbaden in der Anti-AKW- und der Friedensbewegung. Zwischen 1990 und 1996 studierte und promivierte in Berlin am Zentrum für Antisemitismusforschung bei den Professoren Wolfgang Benz und Reinhard Rürup. Heute ist Harry Waibel als freischaffender Historiker und Coach tätig.

Quelle: Stadt Essen, www.essen.de

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