Aus Flüchtlingen werden Auszubildende

10.000 junge Flüchtlinge sollen bis zum Frühjahr 2018 eine betriebliche Ausbildung im Handwerk aufnehmen. Dazu haben das Bundesbildungsministerium, die Bundesagentur für Arbeit und der Zentralverband des Deutschen Handwerks eine Initiative gestartet.

Rund die Hälfte der Flüchtlinge ist unter 25 Jahre alt. Trotz ihrer hohen Motivation sei der Weg in Ausbildung mit großen Anstrengungen verbunden, erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka auf einer Pressekonferenz in Berlin. Das Programm „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ soll daher stufenweise und praxisnah zur Ausbildung im Handwerk führen.

Wanka: Starke Partner

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Qualifizierungsinitiative für Flüchtlinge gestartet.

Der Zusammenschluss aus Bund und Handwerk sei sinnvoll für eine nachhaltige Integration, sagte Wanka. „Jeder macht das, was er gut kann.“ Das Handwerk stellt die notwendigen Ausbildungsplätze. Bund und Arbeitsagentur fördern den Spracherwerb und führen die Flüchtlinge an das duale Ausbildungssystem heran.

Schritt für Schritt in Ausbildung

Teilnehmen dürfen geflüchtete Jugendliche unter 25 Jahren mit einer hohen Bleibeperspektive und guten Deutschkenntnissen. Den Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben sie zuvor erfolgreich durchlaufen.

Die Arbeitsagentur orientiert die Flüchtlinge zunächst für alle Ausbildungsberufe und stellt fest, wer für das Handwerk geeignet ist. In der vertieften Orientierung steigen sie danach in die Praxis ein.

Rund 550 Bildungsstätten aus dem Handwerk sind dabei eingebunden. „Das Programm ist einfach und orientiert sich an den bewährten Strukturen des deutschen Bildungssystems“, so Wanka.

Ausbildung nicht nur beginnen, sondern abschließen

Das Programm ist darauf angelegt, dass die Flüchtlinge nicht nur die Ausbildung beginnen, sondern auch abschließen. Eine enge Betreuung während der gesamten Zeit soll das sichern.

Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des BAMF, möchte dabei seine Doppelfunktion nutzen. Der unklare Status, wie lange jemand in Deutschland bleiben dürfe, verunsichere die Unternehmen. Er werde aktiv einen Beitrag leisten, um zügig Klarheit zu verschaffen. Angedacht sei, dass der Status für die Jugendlichen für die Dauer der Ausbildung durchgängig gesichert sei.

10.000 Chancen

„Wir brauchen keine Schubkarrenschieber, wir brauchen Fachkräfte“, erklärte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Im Handwerk blieben im vergangenen Jahr rund 17.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. „Es sind 10.000 Chancen für junge Menschen, die alles zurückgelassen haben. Es sind 10.000 Chancen für die Handwerksbetriebe. Es ist eine Chance für die Gesellschaft.“

Quelle: Bundesregierung, www.bundesregierung.de

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