„WAKS – yiddish voices“ beim Konzert in der Alten Synagoge

Am Sonntag, 28. Januar, um 17 Uhr in der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

Jiddische Stimmen, die 1928 bis 1943 auf Wachswalzen-Phonographen aufgenommen wurden und Jahrzehnte lang in Archiven verstaubten, stehen im Mittelpunkt dieses Konzerts. Das WAKSEnsemble, bestehend aus Inge Mandos (Gesang), Klemens Kaatz (Piano, Akkordeon, Indisches Harmonium) und Hans-Christian Jaenicke (Violine), musiziert zusammen mit den verlorenen und 2002 in St. Petersburg wieder entdeckten Stimmen und entwickelt von ihnen angeregt und geleitet eigene Arrangements.

Die so bearbeiteten Lieder schaffen eine intime Nähe zu Sängerinnen und Sängern aus Osteuropa, die vor 80 Jahren gelebt haben. Mit zwölf von ihnen singt die Hamburger Sängerin Inge Mandos im Duett oder im Wechsel. Wo die Aufnahmen zu beschädigt waren, rekonstruiert sie die verloren gegangenen Tonspuren selbst.

Die Stimmen aus dem vergangenen Jahrhundert werden so zu neuem Leben erweckt. Im Zusammenspiel mit dem WAKS-Ensemble entsteht ein berührender Dialog mit einer weit zurückliegenden Vergangenheit, indem das WAKS-Ensemble die Grenzen von Raum und Zeit durch digitale Möglichkeiten ein Stück weit aufhebt. Ein solches Konzept hat es im jiddischen Genre bisher nicht gegeben.

Einer der Sänger von den Wachswalzen, Rachmiel Grin, der zusammen mit seiner Frau Helena im KZ Yanovska ermordet wurde, ist auch Solist des Programms. Das WAKS-Ensemble ist in Kontakt mit seinen Nichten in Israel. Diese entdeckten Gedichte ihrer Tante Helena, die Inge Mandos und Klemens Kaatz neu vertonten und auch vortragen. Nachfahren der Sängerin Basya Fayler konnten kürzlich in Australien ausfindig gemacht werden. Sie wussten, dass Basya mit ihrem Kleinkind 1942 in Krasnoye/ Ukraine von deutschen Soldaten getötet wurde.

Neben den Sängerinnen und Sängern von einst stehen die bisher unbekannten jiddischen Volkslieder, die hier neu erklingen, im Mittelpunkt des Konzerts. Das WAKS-Ensemble begegnet diesem Genre der jiddischen Liedtradition mit großem Respekt und taucht tief in die Materie ein. Es hat Arrangements geschaffen, die das fragmentarische, rauschende und knisternde Originalmaterial gleichzeitig zur Geltung bringen und kreativ darüber hinausgehen, so dass ein ganz besonderes Hörerlebnis entsteht.

Die CD „WAKS – yiddish voices“ enthält alle Liedtexte und Informationen, sowie Grafiken der jüdischen Künstlerin eva acél. Die CD wurde nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 1/16.

Mehr Informationen per E-Mail: kontakt@ingemandos.de, oder unter www.ingemandos.de/Waks.

Quelle: Stadt Essen, www.essen.de // Beitragsbild: www.ingemandos.de

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