Buntes, tolerantes und weltoffenes Publikum feiert Jahresabschlussfest

Die Träger des Arche Noah Essen Projektes

  • Fördergesellschaft Kultur und Integration gGmbH,
  • Initiativkreis Religionen in Essen (IRE) und
  • Kommunales Integrationszentrum Essen

hatten am 18.12.2018 zum Arche Noah Jahresabschlussfest ins Katakomben-Theater eingeladen. Es folgten mehr als 200 Personen dieser Einladung. Es waren Vertreter und Vertreterinnen der kooperierenden kommunalen Fachbereiche, Vereine, Migrantenselbstorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Mitglieder der Arche Dialoggruppen aus den Stadtteilen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fördergesellschaft Kultur und Integration gGmbH, Vertreter der Politik und Fans der Musikgruppen anwesend. Also ein buntes, tolerantes und weltoffenes Publikum.

Transaesthetics

Die musikalischen Beiträge der Musikgruppe „Transaesthetics“ entführten die Gäste in die Tiefen des spirituellen Lebens im osmanischen Reich des 14. bis 17. Jahrhunderts, wo der Sufismus seine Glanzzeit hatte und den tiefen spirituellen Humanismus verbreitete. Der spirituelle Humanismus nahm im Katakomben-Theater von den Gästen Besitz an. Die Gäste, die bereit waren, die Spiritualität über die Musik zuzulassen, wurden durch die Musik beseelt und ließen sich von diesem Gefühl berieseln.

Foto: Tuncer Kalayci

Der Vorstand

Die Gruppe „Der Vorstand“, die Weltmusik aus dem Kohlenpott macht, präsentierte Music-Comedy vom Feinsten. Er bot eine musikalisch-kabarettistische Live-Show mit unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen, Geschichten, Gedichten aus dem Orient, Afrika und aus dem Ruhrpott, dabei wechselten sie Ihre Instrumente und Ihre verschiedenen Outfits. Das Publikum konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. Es flossen Glückstränen.

Foto: Tuncer Kalayci

Keven Nü

Ein Blick auf die Wurzeln: Seit Jahrtausenden liegt das traditionelle Siedlungsgebiet der Kurden im heutigen Grenzgebiet von Türkei, Armenien, Iran, Irak und Syrien. Die Region ist die Wiege der Menschheit, Brücke zwischen Zentralasien, der arabischen Welt und dem Kaukasus. Hier trafen sich mesopotamische und vorderasiatische Kulturen. Die landschaftliche Vielfalt mit den hohen wilden Bergen des Taurus und Kaukasus, den weiten fruchtbaren mesopotamischen Ebenen und der kargen Schönheit der Steppen nährten die Kultur und Identität. Kurden gehören verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen an. Sie sind mehrheitlich sunnitische Muslime, aber es gibt auch zahlreiche Aleviten, Jesiden, Christen und Juden. Über Jahrhunderte bestimmte das friedliche, respektvolle Miteinander dieser verschiedenen Glaubensgemeinschaften und der Kurden mit anderen Völkern der Region wie Beduinen, Aramäer und Armenier den Alltag der Menschen. Ihre Kulturen und Religionen bereicherten sich gegenseitig im traditionellen Wissen, den Ritualen, der Geschichte und Geschichten, die als mündliche Traditionen der Menschen lebendig waren.

Foto: Tuncer Kalayci

Die Gruppe Keven Nü nahm die Gäste auf eine Reise zu den kurdischen Liedtraditionen mit. Dabei versuchten sie ihre besonderen Erfahrungen des Lebens in der kurdischen Diaspora und im Exil darzustellen. Durch den Freiraum in Deutschland, wo es keine Identitätsverbot für die Kurden gibt, war es erst möglich, die kurdische Kultur offen zu pflegen und die kurdische Identität neu zu entdecken. Auch Kontakte zu Kurden aus anderen Herkunftsstaaten gaben neue Impulse für die Entwicklung der kurdischen Schriftsprache, Literatur und vor allem der Musik.

Dieser Erfahrungsschatz inspiriert und verbindet auch die junge kurdische Musikergeneration, die beim Arche Noah Jahresabschlussfest im Katakomben Theater „Leidenschaftliche Lieder aus Mesopotamien“ mit einer musikalischen Zeitreise zu den Gesängen der Vergangenheit, gespielt in der Gegenwart, darboten. Denn die Künstler „bereichern“ althergebrachte kurdische Liedformen durch ihr persönliches Erleben der eigenen Kultur heute. Facettenreich präsentieren sie einfache Melodien, festliche Tanzmusik, Liebesgesänge, Frauen- und Arbeitslieder. Gleichzeitig schöpft das Ensemble aus diesen Quellen und spielt respektvoll modernisierte Arrangements traditioneller Stücke sowie eigene neue Lieder.

Die Veranstalter des Arche Noah Projektes bedanken sich bei allen Förderern und Kooperationspartner  für die ideelle und finanzielle Unterstützern. Auch im neuen Jahr ist das Projekt Arche Noah auf ideelle und finanzielle Unterstützung angewiesen, damit es erfolgreich weitergeführt werden kann. Deshalb würden die Veranstalter über eine Spende sich freuen.

Wir wünschen Allen ein gesegnetes, frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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